Traumfänger – ein erfolgreiches on- und
offline Event in Berlin

VÖ-Termin 01/04


Nachdem in Hamburg die dritte Staffel der Traumfänger Auktionen erfolgreich durchgeführt wurde, haben Berliner Kolleginnen und Kollegen aus dem Arbeitskreis „zukunft-vererben“ (www.zukunft-vererben.de) das Konzept übernommen und erweitert. Nach einem Start-Event im Tipi am Kanzleramt wurden weitere unbezahlbare Gelegenheiten online versteigert. Wir haben Katrin Stegmüller und Beate Eichenberg nach ihren Erfahrungen mit diesem Event befragt:


Welche Ziele wollten die Berliner Organisationen mit Versteigerungen erreichen?

Am Anfang von „Traumfänger“ stand die Idee, sowohl mit der Live-Versteigerung als auch über die Auktion im Internet die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Berliner Arbeitskreis Zukunft-vererben und das Thema "Vererben für einen guten Zweck" zu lenken. Für die Veranstalter war Traumfänger also in erster Linie eine PR-Veranstaltung und erst in zweiter Linie eine Möglichkeit, über die Versteigerung Einnahmen zu erzielen.


Wie aufwändig waren die Vorbe-
reitungen, wie viel Geld und wie viel Arbeitszeit musste investiert werden?

Die Vorbereitungen für die Live-Auktion waren äußerst aufwändig. Wir haben geschätzte dreihundert Arbeitsstunden investiert, es können aber auch mehr sein. Die Losakquise, Absprachen mit den Losspendern, Verhandlungen mit den Medienpartnern, Text, Layout und Versand der Einladungen, das Catering, die Koordination der Auktion selbst, die Danksagungen an die Spender sind nur einige Stichworte, die zeigen, wie viel Arbeit in dem Event steckt. Hier gab es jedoch eine schöne Aufgabenverteilung entsprechend der Kapazitäten und des Know-hows der einzelnen NPOs.

So führten die Verhandlungen mit Sponsoren und mit vielen Losspendern der Fundraiser von Überleben - Stiftung für Folteropfer durch. Die Stiftung Synanon übernahm den Druck und Versand der Einladungen und die Aktualisierungen auf der Webseite www.zukunft-vererben.de. Die Pressearbeit wurde von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. und der Berliner Krebsgesellschaft e.V. übernommen. Buchhaltung und Finanzen waren Part der Stiftung Lebenshilfe Berlin, und der Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg e.V. und das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. übernahmen weitere Aufgaben.

Jeder Fundraiser kann sich ausrechnen, welche Kosten so organisationsintern entstanden sind. Hinzu kamen die Miete für den Veranstaltungsort, für das Menü, für externe Dienstleister etc.

Welche Ergebnisse wurden erzielt?

a) monetär, was wurde eingenommen?
b) im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit?
c) welche Effekte wurden zusätzlich noch erzielt?

Eingeworben wurden rund 20.000 Euro. Hinzu kommen die Pro-bono-Leistungen der Auktionatoren Volker Wieprecht und Robert Skuppin, des Komödianten Kurt Krömer und des Cello-Rock-Pop-Quartetts Cellomania.

Das Event hatte alles, was die Presse sich wünscht und wurde von den Medien dankbar aufgegriffen:
Es war neu, es hatte den human touch (7 Berliner NPOs) es hatte den Promifaktor (Renate Künast, Iris Berben u.a.), es war sexy (Thomas Roth), es war aktuell. Der Media-Value des Events durch freie Anzeigenschaltungen, Radiospots, Rundfunk- und Fernsehinterviews und die Vor- und Nachberichterstattung in der regionalen und überregionalen Presse liegt bei geschätzten 40.000 Euro.

Der gemeinsame Auftritt der sieben Vereine erleichterte die Ansprache von Medienpartnern, Sponsoren und Traumspenderinnen und -Spendern. Auch in die Organisationen hinein wirkte sich „Traumfänger“ positiv aus: Geschäftsführer und Vorstände bewegten sich zwar zum Teil nur nach harter Vorarbeit ins Tipi (Veranstaltungsort) aber immerhin, sie kamen. Und haben dann eben auch live mitgekriegt, was Fundraising unter anderem bedeutet: es geht ums Geld, es ist harte Arbeit, es braucht viel Kommunikation, es braucht Prominenz und Türöffner, es ist eine Investition, die sich lohnt.

Wie waren die Reaktionen

a) der beteiligten Organisationen?
b) der Teilnehmer/Gäste?
c) der Menschen, die unbezahlbare Gelegenheiten zur Verfügung stellten bzw. ersteigerten
d) der Presse bzw. der öffentlichen Meinung?

Die Reaktionen waren durchweg positiv. Die Losspender konnten helfen, ein ungewöhnliches Event zu initiieren und gleichzeitig philanthropisch wirken. Gleiches galt für die Ersteigerer, die zudem einen ungewöhnlichen, sehr amüsanten kurzweiligen Abend erlebten. Eine Ersteigerin brachte es so auf den Punkt: „Wir spenden sonst auch, aber diesmal war es so schön persönlich!“

Auch die beteiligten Organisationen waren mit der Benefizauktion selbst und ihrem guten PR-Ergebnis für die einzelnen NPOs zufrieden. Dazu erwartet der AK Zukunft-vererben durch Traumfänger für die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Erbschaftsspenden positive Effekte.

Die Ansprache neuer Zielgruppen war ein weiteres schönes Ergebnis für den Arbeitskreis. Wir konnten einerseits über die Losspender Kontakte zu politischen und kulturellen Institutionen wie Bundeskanzleramt, Bundesverbraucherministerium, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Deutsche Oper Berlin und vielen Einzelpersonen knüpfen. Auf der anderen Seite brachten uns die akquirierten Lose finanzkräftige Ersteigerer zu der Abendveranstaltung, zu denen die NPOs auf diese Weise auch persönlichen Kontakt schaffen konnten.


Euer Fazit als Veranstalter: Wird es eine Wiederholung geben? Warum?

Na klar wiederholen wir Traumfänger, so gut, wie es gelaufen ist! Wir wollen die Marke "Traumfänger" in Berlin etablieren. Denn Traumfänger hat, bei aller Arbeit, viel Spaß gemacht. Der Arbeitskreis Zukunft-vererben hat gut kooperiert und seine Fundraiser haben viel dazu gelernt. Wir können die Kontakte die wir geknüpft haben, ausbauen. Und, nicht zu vergessen: Die Veranstaltung ist hervorragend gelaufen, aber es gibt trotzdem viel zu verbessern. Wir sind sicher, dass sich das dann auch im Ergebnis der nächsten Auktion niederschlägt!
Leider ist bei den intensiven Vorbereitungen für die Live-Auktion die anschließende Online-Auktion etwas hinten runter gekippt. Die Versteigerungsergebnisse sind eher mau. Das liegt vor allem an den nur vagen Vorabsprachen mit den Medienpartnern, die die Online-Auktion kaum noch unterstützten. Unser Tipp: Wenn nicht genügend Ressourcen da sind, eine Live-Auktion durchzuführen, ist die Online-Auktion ein tolles FR-Instrument für kleinere NPOs, die gemeinsam ein innovatives FR-Tool in ihrer Region einführen möchten. Die Webseite ist gut konzipiert und benutzerfreundlich und die Fundraiser können auf schon bestehendes Know-how zurückgreifen.

 

 
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Wir danken Katrin Stegmüller und Beate Eichenberg für das Interview.

 

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