Wie kann der Staat beim Fundraising helfen? |
VÖ-Termin 09/03 |
Häufig zeugt dieser Rat von reiner Hilflosigkeit. Die meisten Organisationen, die bisher von staatlichen Mitteln gelebt haben, haben weder Strukturen noch das Know-how und häufig auch nicht die Organisationskultur, selbst Fundraising zu betreiben, bzw. ein Fundraising-System aufzubauen. Es folgt die bei allen Beratern zu beobachtende Situation: Die Organisationen melden sich mit der dringenden Bitte, man möge doch sofort viel Geld besorgen, könne selbst hierfür jedoch nichts leisten. Wie schon wiederholt geschrieben, sind diese Bitten unrealistisch und können bei der Umsetzung zu erheblichen Problemen führen. Bleibt damit also die Frage: Wie kann Nonprofit-Organisationen geholfen
werden, Fundraising nachhaltig zu implementieren? Diese Frage stellte
sich auch das Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit
(BMU) und organisierte im März 2002 eine Tagung zum Thema „Möglichkeiten
der staatlichen Unterstützung im Fundraising“. Aus der Tagung ließen sich eine Reihe von Vorschlägen herausdestillieren, deren Stichhaltigkeit das BMU in einem Gutachten vom Maecenata Institut für Dritte Sektor Forschung untersuchen ließ. Das Maecenata Institut befragte eine Reihe externer Professionals zu ihrer Sicht von Fundraising und zur Einschätzung der gemachten Vorschläge. Zusammen mit Erfahrungen aus einigen Nachbarländern bildete dies die Datengrundlage des Gutachtens. Zusätzlich wurde Kai Fischer mit einem Zweitgutachten beauftragt, in dem ausgehend von zuvor definierten Anforderungen an eine staatliche Förderung ebenfalls die Vorschläge kritisch bewertet wurden. Beide Gutachten sind mittlerweile veröffentlicht und stehen im Internet zum Download bereit: www.maecenata.de Gemeinsam ist beiden Gutachten, die Empfehlung, keine Parallelstrukturen aufzubauen. So sollten bestehende Angebote an Fortbildung oder Infrastruktur genutzt und ausgebaut werden. Allenfalls die Subventionierung der Nachfrager durch Stipendien oder die teilweise Finanzierung von Beratung ist notwendig. Während sich das Maecenata Institut von Spendensiegeln oder ähnlichen Qualitäts- und Gütemerkmalen eine verbesserte Position der Spenden-Organisationen auf den Märkten verspricht, konzentrierten sich die Empfehlungen von Kai Fischer auf die Bereiche Organisationsentwicklung und Finanzierung von Fundraising. So wurde empfohlen, nur das Kreditrisiko von Banken durch Bürgschaften abzusichern, damit sich Organisationen auf Kapitalmärkten mit den notwendigen Investitionsmitteln ausstatten können. Empfohlen wurde auch, bei allen Fördermaßnahmen auf Organisationsentwicklung und die Implementierung von Controlling zu achten, um eine effiziente Mittelverwendung sicherzustellen.
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| Autor: Kai Fischer - ehemaliger Mitarbeiter
der Firma AMM GmbH , die sich unter anderem auf Online-Fundraising und Kommunikationskonzepte für das Internet spezialisiert hat. Mehr Informationen zu AMM finden Sie im Internet unter www.AMM-GmbH.de. Aus: Newsletter Online-Fundraising 09/03
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